Italienische Prüfungen
Da sag noch einer, wir Deutschen wären zu bürokratisch und so nen Blödsinn! Muss man in Italien - zu mindestens an der Università degli studi di Firenze - eine mündliche Prüfung machen, läuft das unter Umständen so ab:
Montag: 21.01.2007
Um 6.30h aufstehen, sich fertig machen, frühstücken, Knabberzeug, Brote, eine Flasche Wasser und die Lernunterlagen in den Rucksack packen.
8.00h mit dem Fahrrad losfahren, wenn das Wetter gut ist. Sollte es regnen, beeilt man sich lieber doppelt, um den Bus um 7.51 (der gewiss nicht kommt - weil es ja regnet) zu bekommen.
8.55h abgehetzt in der Uni ankommen - sich durch eine Unmenge von Studenten drängeln, um einen der letzten Plätze im Vorlesungssaal zu ergattern.
9.08h Es geht los - die Prüfungen können beginnen! Eine Anwesenheitsliste wird abgearbeitet - es wollen sich 76 Studenten prüfen lassen. Schätzungsweise - so die Prüfer - kommen heute 30-35 Leute dran. Mist, ich bin Nummer 32 - also heißt es abwarten. Wer weiß ob ich dran komme?
9.30h die ersten beiden Studenten treten vor die Prüfer. Der Saal ist überfüllt. Die besonders Eifrigen (meistens Nummer 68 oder 71) sitzen gleich neben den Prüfern und schreiben gewandt die gestellten Fragen mit.
10.56h die ersten fünf Studentin sind durch. Die eine Studentin wurde über eine Stunde geprüft bis sie genügend richtige Antworten für eine 4.0 gegeben hat.
13.00 man verschickt die ersten SMS, dass man nicht mehr kann. Das Gesäß tut weh und die Anspannung fühlt man in allen Knochen und Muskeln. Kommt man heute wohl noch dran?
15.48h so langsam ist abzusehen, dass man in einer Stunde wohl doch dran kommen wird. Hoffentlich geht das gut, denn die Prüfer machen heute “nur” bis 18h.
16:26 nur noch drei Leute, dann bin ich dran. Das wird heute noch was - ich bin mir sicher! Wir sind nur noch 10 Leute im Raum - alle sind schlapp und ausgelaugt.
17.17h Endlich kann auch meine Prüfung beginnen. Wir sind die zweitletzten, die an diesem Tag geprüft werden. Die anderen machen sich auf den Heimweg. Sie müssen morgen wieder um 9.00h an der Universität sein.
17.56h Geschafft - es wird mit Sekt angestoßen. Die Anspannung fällt von einem ab und der Alkohol steigt einem sofort in den Kopf.
20.48h zu Hause angekommen. Man trinkt mit seinem Mitbewohnern noch einen Tee oder einen heißen Kakao und fällt wie erschlagen in sein Bett. Morgen wird ausgeschlafen und am Nachmittag kann man sich dann mit seiner Erasmus-Beauftragen um die Punkte für die Prüfung schlagen!
Dienstag: 22.01.2008
9.00h wacht man auf und sieht auf die Uhr. Mit einem seligen Lächeln dreht man sich noch einmal um und schlummert weiter. Im Schlaf denkt man an seine Kommilitonen, die heute ihr Glück versuchen.
In den nächsten Tagen erfährt man, dass die Prüfungen bis 21.45h angedauert haben…
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am 22. Januar 2008 um 19:30 Uhr.
Da ich mich in den letzten Tagen schon einmal über den Prüfungsablauf an deiner Uni kundig gemacht hatte (jaaa!), überrascht mich dein Bericht nicht mehr allzu sehr. Scheint absolut üblich zu sein bzw. du hattest ja noch richtig Glück!
Habe auch gelesen, dass manchmal Klausuren geschrieben werden, während vorne im Hörsaal mündliche Prüfungen abgehalten werden. Da lob ich mir dann doch den deutschen Bürokratie-Wahnsinn und melde mich 3 Wochen vorher verbindlich zu einer Klausur an….
Nach welchen Kriterien werden die Listen denn sortiert? Bzw.: Wie kommt man nach ganz oben - abgesehen von Nr. 68 und 71, die eifrig mitschreiben?
am 25. Januar 2008 um 13:57 Uhr.
Wahnsinn! Oder bei meinem bisschen Geduld wohl eher: tödlich!
am 30. Januar 2008 um 13:34 Uhr.
Aber warum kommt der Bus nicht, wenn’s regnet? (Murphys Gesetz?) Und warum regnet es im sonnigen Italien?
am 31. Januar 2008 um 16:00 Uhr.
Eindeutig ein Fall für Galileo Mystery! Hat schon jemand Aiman Abdallah benachrichtigt?
am 4. Februar 2008 um 13:42 Uhr.
Keine Ahnung, warum der Bus bei Regen nicht fährt - aber so ist das in Firenze. Non lo so perchè - forse perchè si! Und regnen muss es hier ja auch ab und zu - leider derzeit viel zu häufig.