Warum Hörbücher?
Wie jetzt schon öfter berichtet, nehme ich zur Zeit an einem interessanten Seminar mit dem Namen “Vom Lesebuch zum Hörbuch” an der Uni teil.
In der letzten Sitzung am Montag haben wir über eine interessante Frage gesprochen, die meine Kommilitonin gestellt hat: Wieso ist das Interesse an Hörbüchern in den letzten fünf Jahren so enorm gestiegen? - Was meint ihr dazu?
Für fast jedes Buch, das heute auf den Markt kommt, ist auch ein Hörbuch zu erhalten. Die Hörbuch-Abteilungen in den Buchhandlungen haben sich zum Teil verdreifacht und es wird extra Personal dafür angestellt.
Doch warum hört IHR Hörbücher? Wie seid ihr darauf gekommen und was gefällt euch dabei sehr gut? Wann und wo hört ihr eure Hörbucher?
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am 27. Juni 2007 um 22:26 Uhr.
Mmh, also ich habe mir Hörbüchern nicht so viel am Hut. Habe mal versucht, eins zu hören. Kann mich dann aber nicht so drauf konzentrieren und bekomme deshalb nicht alles mit. Wenn Buch, dann ein richtiges!
Wenn ich es nur nebenher laufen habe, bekomme ich halt nicht alles mit und wenn ich mich drauf konzentriere kann ich genauso gut gleich lesen. Find ich dann besser als hören.
am 28. Juni 2007 um 01:08 Uhr.
Hmmm, durchaus ein Argument, Claus. Aber dennoch ist ein Hörbuch sehr entspannend und doch recht viel kleiner als ein Buch. Sprich: Wenn du Tasche mit Uni-Kram voll bepackt ist, dann lieber den mp3-Player mit einem schönen Hörbuch als das dicke Buch. Das dann doch lieber zu Hause bei einem warmen Tee und Kerzenschein…
am 28. Juni 2007 um 08:33 Uhr.
Witzig… Ich stimme Claus total zu. Ich höre auch wenig Hörbücher, obwohl ich einige da hätte. Aber ich brauche dafür eine ganz bestimmte Stimmung und - vor allem, wenn ich sie zum ersten Mal höre - viel, viel Konzentration. Und wenn meine Hände kein Buch festhalten müssen, dann schwindet die Konzentration schnell. Dann mache ich dies und jenes und merke irgendwann, dass ich gar nicht mehr richtig zuhöre… Natürlich schweife ich auch bei Büchern mal gedanklich ab, aber bei einem Buch macht das ja nichts, wenn man zwischendurch mal gedankenverloren 5 Minuten aus dem Fenster starrt. Nur: So ein Hörbuch wartet ja leider nicht auf einen!
Ausnahmen sind “der kleine Hobbit”, weil ich das Hörbuch im Prinzip auswendig kenne, und die Hörbücher von Ildiko von Kürthy. Und letztere, liebe Anna, höre ich gern mal bei einem warmen Tee und Kerzenschein und kuschele mich tief in meine warme Bettdecke… (und da ich die Geschichten kenne, macht es dann auch nichts, wenn ich dabei einschlummere)
Gruß,
Anna
am 28. Juni 2007 um 09:38 Uhr.
Also ich muss gestehen, ich kann mit Hörbüchern auch nur wenig anfangen.
Ich lese aus den schon oben genannten Gründen auch lieber selber, das finde ich viel spannender als einer CD zu zuhören.
Beim einfachen Zuhören komme ich mir außerdem so vor, als würde ich nichts tun, was mich dazu verleitet irgendetwas anzufangen und somit folge ich der Geschichte schon nicht mehr mit ganzer Konzentration.
Dann nehme ich doch lieber ein Buch zur Hand und ziehe mich damit zurück.
Aber allen, die gerne Hörbücher hören sollen das tun, Geschmäcker und eben auch die der Genüsse sind schließlich verschieden.
am 28. Juni 2007 um 10:49 Uhr.
Das gibt es doch gar nicht! Wieso ist das mit den Hörbüchern dann so ein Boom? Wenn von vier Leuten schon drei keine Hörbücher hören. Hmmm… vielleicht finden sich noch andere Stimmen zu diesem Thema! Aber eure Argumente kann ich gut nachvollziehen! Vielen lieben Dank!
am 28. Juni 2007 um 12:27 Uhr.
Hallo Wächterin,
ich bin nur durch Zufall auf deinen Blog gekommen und lese nun schon seid einiger Zeit neben bei mal mit
Ich habe bis vor einer Woche noch kein Hörbuch gehabt, bin nun aber süchtig danach. Ich habe eine Arbeit, bei der ich täglich vor dem Computer sitze und will dann abends wirklich kein Buch mehr lesen, weil die Augen “schmerzen” oder ich so müde bin, dass sie beinahe zufallen, dann kommt mir das Zuhören gerade recht. Zudem finde ich es toll in der Straßenbahn Hörbücher zu hören, denn Musik wird mir auf Dauer zu langweilig (ich fahre jeden Tag zwei Stunden). Zudem bin ich immer wieder von den Sprechern begeistert, wenn sie eine gute Stimme haben, die zum Inhalt passt, dann mag ich das sehr!
Liebe Grüße vom Lockenkopf
am 28. Juni 2007 um 20:49 Uhr.
So, jetzt mal meine Sichtweise oder anders gesagt Wissen aus berufsbedingter Perspektive:
1. der Hörbuchmarkt hat sich erst in den letzten Jahren etabliert, davor gab es nicht wirklich viel Vertontes. Vor allem nichts bekanntes, modernes, da der Kauf von Büchern zwecks Vertonung nicht ganz billig war, ebenso die Produktion. Zudem gab es keine Verlage, die sich darauf spezialisiert hatten.
2. mit der Ausweitung des Angebots, stieg die Nachfrage, stieg das Angebot..
3. die Leute haben immer weniger Zeit. Da wird jede Minute doppelt genutzt. Zum Beispiel Auto fahren und Bücher lesen bzw. hören…
Klar soweit?!
Sehr interessante Fragestellung übrigens!
Liebe Grüße
am 28. Juni 2007 um 21:09 Uhr.
Anna, ich hät gern mal wieder ein paar schöne Fotos auf deinem BLOG…
am 28. Juni 2007 um 22:21 Uhr.
Also, Andrea hat’s ja schon geschrieben:
Die Produktion von Hörbüchern und Tonprodukten allgemein (+ die Produktion von Filmen!) ist durch den technischen Fortschritt wesentlich einfacher + kostengünstiger geworden. Selbst kleinere Auflagen können für vergleichsweise wenig Geld produziert und vertrieben werden.
Außerdem leben wir in einer Konsumgesellschaft, in der gut beworbene und angesagte Dinge gerne und viel gekauft werden. Hörbücher sind momentan einfach angesagt, was auch damit zusammenhängt, dass es ein “Verbundmarketing” (mir fällt kein besseres Wort dafür ein) gibt, d.h. Bücher/Bestseller sind Grundlage für Verfilmungen und Hörbücher, die wiederum die Nachfrage nach dem “Ursprungswerk” steigern usw. Das Eine wirkt auf das Andere zurück. Beste Beispiele dafür sind “Harry Potter” und “Der Herr der Ringe”.
Mit dem Argument, dass die Leute heute weniger Zeit haben, bin ich nicht ganz einverstanden. Die meisten Menschen haben heute mehr Zeit als vor dreißig, vierzig Jahren. Ich glaube vielmehr, dass das technische Umfeld (MP3-Player, Podcast etc.) mittlerweile so weit entwickelt ist, dass jeder immer und überall hören kann was er will. Das war vor 10, 15 Jahren noch nicht der Fall. Weniger Zeit zu haben ist eher ein Empfinden, die gefühlt knappe(re)n Stunden “doppelt sinnvoll” nutzen zu müssen.
Herzliche Grüße
am 29. Juni 2007 um 08:47 Uhr.
@Lockenkopf: Großartig! Das hört sich nach einem begeistern Fan an. Wie bist du denn auf das Hörbuch gestoßen? Du schreibst nämlich, dass du bist letzte Woche noch kein Hörbuch gehört hast!
@ Andrea: Vielen lieben Dank für die fachkundige Darstellung des Buchmarktes. Aber noch hast du uns nicht verraten, ob und warum die Hörbücher hörst. Klar soweit?
Und was ist an meiner Fragestellung auszusetzen? Gibt es Vorschläge?
@ Sven: Ich schließe mich dir an. Ich denke auch, dass unser Empfingen von weniger Zeit spricht. Wann hörst du denn gerne mal Hörbücher?
@ alle, die Hörbücher hören: Habt ihr eine besondere Empfehlung? Was ist eure Lieblings-Hörbuch?
am 29. Juni 2007 um 09:27 Uhr.
Huch, da hab ich bei all dem Geschreibe doch das Wesentliche vergessen: Also, ich höre Hörbücher (und auch Radiosendungen) am liebsten abends, wenn ich im Bett liege, kurz vor dem Einschlafen. Meistens kann ich mich zu später Stunde nämlich nicht mehr zum Lesen aufraffen.
@Anna + alle anderen: Am liebsten höre ich das BBC-Lord-of-the-Rings-Hörspiel aus den 80ern, das ist genial, fantastisch. Ebenfalls empfehlen kann ich die BBC-Radio-Comedy-Seite: http://www.bbc.co.uk/radio4/comedy/. Da gibt’s tolle Panel-Games zum anhören und mitlachen.
am 29. Juni 2007 um 12:15 Uhr.
Hallo Wächterin,
ich bin über MacUp zum Hörbuch gekommen. Die letzte Ausgabe hatte einen Ausschnitt vom Hörbuch “Wächter der Nacht” und da mich diese Reihe interessiert habe ich Probe gehört und mich gleich mal bei audible.de angemeldet. Dort kann man Hörbücher runterladen und auf seinem (nur neuere!!) MP3-Player oder Rechner laufen lassen.
LG Tanja
am 29. Juni 2007 um 17:27 Uhr.
Ich kann mich der Hörbuchbegeisterung (leider?) nicht anschließen, fasziniert mich doch das Geschriebene viel mehr; beim Lesen kann ich mir zum Beispiel interessante Sätze und spektakuläre Ausformulierungen immer und immer wieder durchlesen, bis ich mich an dem “Klang” des Satzes zufrieden gelesen habe - genauso aber auch, wenn ich über einen Satz lese, der mir erstmaligen Lesen unverständlich ist.
Nichts desto trotz werde ich mir im Anschluss an diese Zeilen dennoch ein oder zwei Kurzgeschichten von Poe zu Gemüte führen, da ich mich jetzt noch ein bisschen auf der Matratze entspannen werde und befürchte, beim Lesen nicht über zwei Seiten hinauszukommen - ein kleines Experiment sozusagen
Allen Hörbuchbegeisterten sei übrigens der Thesaurus Librorum empfohlen, denn ebendort wird jede Woche eine Kurzgeschichte oder ein Teil eines Romans als Podcast veröffentlicht.
am 1. Juli 2007 um 16:30 Uhr.
@ alle: Danke für diese netten Inspirationen! Ich werde mich heute Abend mal Kristof anschließen und gleich auch ein paar Experimente mit euren Tipp durchführen. Bin sehr gespannt!!
am 3. Juli 2007 um 20:20 Uhr.
Ich bin bekennende Hörbuchfanatikerin

Das hat so einige Gründe:
1. Wenn ich den ganzen Tag für die Uni lesen muss, find ich es super, mich abends ins Bett legen zu können und einfach nur noch zuhören zu müssen.
2. Wenn ich aufräume, putze etc. ist es ebenfalls toll, wenn mir jemand was schönes erzählt.
3. Es gibt so viele tolle Bücher die ich lesen möchte, aber aus dem in 1. genannten Gründen dafür einfach zu platt bin und somit kann ich noch mehr konsumieren.
4. Das Fernsehprogramm bietet ja nun wirklich nicht die tolle Unterhaltung…
5. Eine meiner besten Freundinnen hat eine Sehbehinderung und kann deswegen keine Bücher lesen, da sind Hörbücher echt super…sie hat inzwischen mehr Hörbücher, als ich Bücher.
6. Ich habe früher Hörbuch-Kassetten (Bibi Blocksberg etc.) geliebt, diese Liebe habe ich wohl beibehalten
am 8. Juli 2007 um 00:51 Uhr.
Du möchtest also wissen, wie ich Hörbücher finde, ja?! Also Hörbücher sind … so ziemlich das langweiligste was ich kenne. Du kennst mich! Zuhören und dabei womöglich auch noch still sitzen und sich konzentrieren und das noch über mehrere Stunden hinweg, Das ist nun wirklich nicht meine Stärke
. Ich denke nämlich, das viele Hörbücher bzw. Bücher viel zu komplex und kompliziert sind, um sie einfach so nebenher hören zu können.
Und an deiner Fragestellung ist überhaupt gar nichts auszusetzen. Im Gegenteil, sie íst äußerst interessant und aufschlussreich.
am 26. August 2007 um 23:47 Uhr.
Also ich höre in so ziemlich jeder Situation Hörbücher oder -spiele! Egal ob deim Autofahren, Abwaschen, in der Uni, Stricken, Einschlafen und weiß ich was noch. Es ist eine Sucht! Das Argument, dass man sich nicht darauf konzentrieren kann, ist ein Zeichen, dass man Probleme hat sich zu konzentrieren (will aber keinem zu nahe treten ;-)). Je mehr man lernt, während einer anderen Tätigkeit auch noch ein gesprochenes Wort zu hören und zu verstehen, desto größer wird die Möglichkeit, sich auf lange Zeit zu konzentrieren (auch ein gutes Training für Vorlesungen in der Uni). Also das Hörbuch als Konzentrationstraining (auch für Kinder nicht schlecht!). Wenn man mit langen Hörbüchern anfangs Probleme hat, sollte man mit kurzen Hörspielen beginnen. Das Interesse und die Neugier sorgt dann schon dafür, dass man sich mit der Zeit immer mehr steigert.
Allerdings, so euphorisch ich auch von Hörbüchern schwärme, gibt es natürlich auch richtig schlechte, bei denen ich echt sauer bin, dass sie mir eine bestimmte Interpretation des Textes vorgeben.
Eine relativ leichte Kost, sind die Hörbücher von Kay Meyer, gelesen von Andreas Fröhlich (mein absoluter Lieblingssprecher!).